Griechische Gewürzkräuter

Unter dieser Gruppe werden Pflanzen aufgeführt, die sich zum Würzen eignen. Das heißt aber nicht, dass dies ihre ausschließliche Funktion ist. Als Tee-Aufguss schmackhaft und als Heilmittel sind sie in den verschiedensten Ausprägungen von großem Wert für den menschlichen Organismus und seinen Geist.

Basilikum
Grüneminze
Lorbeer
Majoran
Oregano
Salbei
Thymbra
Thymian
Zitronenthymian
Basilikum
Grüneminze
Lorbeer
Majoran
Oregano
Salbei
Thymbra
Thymian
Zitronenthymian

Basilikum – königlich gut!

Basilikum (Ocimum basilicum) kommt in einer Vielzahl von ca. 60 Arten vor, die sich in Größe, Farbe und Art des Blattes und den Blütenständen unterscheiden. Entsprechend gibt es viele verschiedene Namen, wie αθάνατος (der Unsterbliche), πλατύφυλλος (glattblättrig), σγουρός (krausblättrig), um nur einige der auf Kreta sehr Geläufigen zu nennen.

Die Basilikumpflanze kommt ursprünglich aus Indien, dort Tulsi genannt und war eine heilige Pflanze des Krishna und des Vishnu. Über die Jahrtausende fand es seinen Weg nach Ägypten (dort wurde es u. a. zur Einbalsamierung verwendet) und zu den Hochkulturen Süd- bzw. Mitteleuropas. Nach Griechenland brachte sie kein geringerer als der Große Alexander von seinen Feldzügen aus Indien mit, obwohl sie den Griechen bereits weit vorher bekannt gewesen sein soll. Das kretische Basilikum ist im Übrigen eines der aromareichsten und intensivsten seiner Art. Wie so oft bei kretischen Kräutern, findet es auf Kreta einen optimalen Boden und perfekte Sonnenbedingungen vor.

Basilikum (auch Königskraut genannt) ist, ähnlich wie der Oregano, nicht aus der griechischen Küche bzw. aus einem griechischen Zuhause wegzudenken. Es gehört in jedes Haus und dass sicherlich auch, weil es in der orthodoxen Kirche als „heilige“ Pflanze verehrt wird. Zudem vertreibt der intensive Geruch unliebsame Insekten. Seine Eigenschaften werden wie folgt beschrieben:

  • Stärkungsmittel
  • krampflösend
  • antiseptisch
  • harntreibend
  • gegen Flatulenz

So wird es u. a. bei Schwindel, Krämpfen, Mattigkeit, Verstopfung, Gastritis, Darmbeschwerden, Konzentrationsstörungen und Schwermut eingesetzt. Auch der 'Altmeister' Hippokrates verordnete Basilikum bereits als Arznei bei Verstopfung und Herzbeschwerden. Weitaus geläufiger ist aber natürlich die Anwendung als Gewürz in der Küche. Dabei findet das Basilikum bei sehr vielen Gerichten Anwendung. Durch seine enthaltenen ätherischen Öle (Linalol, Estragol, Campher) verleiht es den Speisen nicht nur eine würzige Note, sondern stärkt dabei, wie weiter oben beschrieben, auch die Verdauung bzw. unterstützt die Verdauungsorgane.

Im Übrigen empfiehlt es sich das Basilikum nicht mitzukochen, sondern es erst kurz vor Ende der Garzeit hinzuzugeben. So wird das Aroma noch besser erhalten.

Durch Kaltpressung läßt sich darüber hinaus aus den Samen ein Öl gewinnen, welches unterschiedliche Anteile an Linolsäure und Ölsäure aufweist. Aber damit noch nicht genug! Als Teeaufguss kommen die verdauungsfördernden Eigenschaften zum Tragen und hilft nicht nur die Konzentration und Gedächtnisleistung zu steigern, sondern schmeckt zudem auch noch ausgesprochen lecker.

Grüne Minze, der süße Duft

Die grüne Minze (Mentha viridis – auch krause Minze genannt – auf Griechisch Δυόσμος oder auch Βάρσομός) ist eine Pflanze, die sich schon seit der Antike aus verschiedenen Gründen einer großen Beliebtheit erfreut. Denn sie wird seit jeher u. a. mit den Begriffen Reinigung, Schutz, Glück, Frieden, Therapie, prophetische Träume und Aphrodisiakum in Verbindung gebracht. In der Antike wurde sie z. B. als Medizin gegen Cholera und als Mittel gegen Brechreiz eingesetzt.

Und zu verdanken haben wir diese besondere Minzart, wie auch die vielen anderen Minzarten, der Persephone. Denn laut der Mythologie zeriss sie in tobender Eifersucht ihre vermeintliche Widersacherin, die Nymphe Minte in tausend Stücke. Und Pluto blieb zum Trost nur noch übrig aus den vielen zerrissenen Teilen wiederum Pflanzen sprießen zu lassen, damit sie ihn mit ihren Düften immer an seine Minte erinnern konnten. Daher kommt wohl auch der Glaube der alten Griechen, dass die Minze die „Leidenschaft“ anregt. Im alten Arabien soll sie sogar zur Haremspflanze auserkoren worden sein.

Damit begründet sich dann wohl auch das Verbot in der Antike für Soldaten im Krieg die grüne Minze, wie auch die Pfefferminze, zu verwenden. Man fürchtete, dass durch Einnahme der Minzen die Soldaten einen starken Wunsch nach sexueller Betätigung entwickeln würden und als Folge nur geschwächt kämpfen könnten. Auf der anderen Seite galt die grüne Minze in der Antike ebenso als Verhütungsmittel.

Die grüne Minze enthält kein Menthol, aber ein ätherisches Öl, welches gerne in Zahnpasta, Kaugummi (Spearmint) und Mundwasser verwendet wird. Schon seit der Antike wird die Grüne Minze wegen ihrer therapeutischen Eigenschaften geschätzt. Man sagt ihr nach, verdauungsfördernd zu sein und Atembeschwerden zu lindern, Fieber zu bekämpfen, bei Lebensmittelvergiftungen zu helfen und Kopfschmerzen zu lindern. Weiterhin soll sie stärkend wirken, gegen Übelkeit und die körperliche Ausdauer erhöhen. So ist es denn auch kein Wunder, dass die Grüne Minze gern als Tee aufgegossen und getrunken wird.

Doch galt die grüne Minze auch seit jeher als Symbol der Gastfreundschaft. Dies spiegelt sich auch in der weit verbreiteten Verwendung in der Küche wider. So wird sie in der in der griechischen Küche fast durchweg verwendet. Sie ist oft die entscheidende Zutat, die den vielen Speisen der griechischen Küche den besonderen Geschmack verleiht, wie z. B. in mit Reis gefüllten Tomaten/Paprikas, Hackfleischbällchen, Dolmadakia, Teigwaren, Salaten, Soßen und sogar im Schokoladenkuchen.

Die griechische Bezeichnung Dyosmos (Δυόσμος) kommt im Übrigen vom Altgriechischen Wort héduosmon (ἡδύοσμον) und bedeutet soviel wie 'süsser Duft', womit wir wieder bei Pluto und seiner Minte wären …

Der heilige Baum des Apollos

In der Antike galt der Lorbeerbaum als ein heiliger Baum, der dem Apollo gewidmet ist. Der Sage nach hatte sich Apollo in die wunderschöne Nympfe Dafni, Tochter des Peneios (Flussgott des gleichnamigen Flusses in Thessalien), verliebt. Da Dafni sich nicht gegen die 'Aufdringlichkeit' des Gottes zu schützen wusste, verwandelte ihr Vater sie in einen Baum. Apollo brach sich zum Trost einen Zweig ab und trug ihn fortan als Kranz auf dem Kopf. Daher stammt auch der alte Brauch der Griechen und Römer ihren Helden einen Lorbeerkranz aufzusetzen.

Auch Lorbeer besitzt therapeutische Eigenschaften. Hippokrates soll ihn bereits bei der Entbindung und bei Unfruchtbarkeit eingesetzt haben. Dioskurides setzte ihn als Aufguss bei Blasenleiden, Problemen mit der Gebärmutter, gegen Tuberkulose, Schwerhörigkeit und Erschöpfung ein. In der traditionellen Volksmedizin ist Lorbeer bekannt aufgrund seiner antirheumatischen, gegen Arthritis, Verdauungsbeschwerden, Aerophagie (Luftschlucken), Ohrenentzündung, Mattigkeit und Dünndarmentzündung helfenden Eigenschaften.

Aber auch als Aromastoff für Parfüm und Seifen wird Lorbeer hoch geschätzt. Auch kann man damit seine Haare färben und pflegen.

In der Küche ist Lorbeer als Würze für verschiedene Gerichte wie Stifado, Marinato, Linsen, Suppen, Salaten, Tomatensaft, beim Grillen oder zum aromatisieren von Olivenöl beliebt. Dabei werden die getrockneten ganzen Blätter verwendet, da die frischen Blätter recht bitter ausfallen. Auch in der traditionellen Brotherstellung findet sich Lorbeer wieder. Die Beduinen trinken sogar ihren Kaffee mit Lorbeerblättern gewürzt.

Schließlich eignet sich Lorbeer auch hervorragend als Schutz vor Insekten z. B. für Rosinen und Feigenbrot sowie als Konservierungsmittel für Fisch und Fleisch.

Der Duft der Aphrodite

Die Pflanze des Majoran wird seit der Antike u. a. mit den Begriffen Reinigung, Liebe, Glück, Gesundheit, und Reichtum in Verbindung gebracht. Dies kommt nicht von ungefähr, da die Sage um die Aphrodite (Liebesgöttin der griechischen Antike) uns davon erzählt, dass die Aphrodite sehr wohlduftend daherkam. Sie soll nach 'αμάκρον' (amaracus) gerochen haben, welches allgemein gesprochen die Beschreibung einer Aromapflanze ist, die Stand heutiger Expertisen u. a. mit dem Majoran gedeutet wird.

Im antiken Griechenland und seinem Einzugsgebiet war es daher auch guter Brauch dem jungen Brautpaar während der Vermählungszeremonie Kränze aus Majoranzweigen aufzusetzen, da diese den 'Duft der Aphrodite' enthielten. In Ägypten und Arabien wurden Aufgüsse des Majorans für stärkende Bäder verwendet. Aus dem alten Syrien ist Majoran auch als berauschender Parfumstoff bekannt. Noch heute wird Majoran bei der Duft- und Parfümherstellung verwendet.

Als Verwandter des Oregano verfügt Majoran auch über therapeutische Eigenschaften, die sich im ätherischen Öl am intensivsten ausprägen. So werden ihm u. a. krampflösende, antiseptische, anti-neuralgische und Kopfschmerz befreiende Eigenschaften zugeschrieben. Als typische Einsatzgebiete sind Erkältungen, Mandelentzündungen, Husten und Asthma zu erwähnen. Es soll darüber hinaus das Blut reinigen und die Überempfindlichkeit reduzieren. Aber Vorsicht, in zu hohen Dosen kann es auch Gift für den Körper sein.

Selbstverständlich wird Majoran auch seit jeher als schmackhaftes Gewürz verwendet. Er passt hervorragend zu Tomaten, Zwiebeln und zu Fleisch. Doch auch Fisch, Omelettes, Salate, Nudeln und Pizza werden gerne mit Majoran bestreut. Die Deutschen haben den Begriff des "Wurstkrauts" geprägt, da sie Majoran häufig in Wurstgewürzen verwenden. Aber auch hier gilt: "Weniger ist mehr", denn Majoran kann sehr intensiv sein (je südlicher seine Herkunft).

Zu guter Letzt sei an dieser Stelle ein Tee-Aufguss vom Majoran empfohlen. Er schmeckt nicht nur gut, sondern entspannt auch und hilft bei Kopfschmerzen.

Nicht ohne mein Oregano!

Salbei: Retter und Überlebenskünstler

Salbei, der Heiler

Satureja thymbra

THYMBRA, der power-Thymian

Mit Thymian geht alles besser!

Zitronenthymian, der Unterschätzte

Der Zitronenthymian (Thymus Citriodorus) ist eine besondere Aroma- und Heilpflanze. Genauer gesagt handelt es sich um einen ganzjährigen, immergrünen sehr aromatischen Strauch, der mit dem Thymian verwandt ist, aber sich doch durch das Aroma und Aussehen von ihm unterscheidet. Das Aroma des Zitronenthymians ist sogar stärker als des der Zitrone.

Passt hervorragend zu fast allen Fleischgerichten, Fisch- und Ofengerichten. Die bekannten und leckeren Ofenkartoffeln aus Griechenland bekommen durch den Zitronenthymian ein unvergleichliches Aroma und besonders leckeren Geschmack. Auch als Tee-Aufguss (heiß und kalt) sehr empfehlenswert und lecker.

Seine Eigenschaften sind die folgenden:

  • Vorbeugend und lindernd (antibiotisch) gegen Grippe (auch Epedimien)
  • Stärkung des Immunsystems
  • Hilft bei körperlicher und geistiger Mattigkeit, Stress und Migräne
  • Verdauungsfördernd bei fetten Speisen
  • Erfrischt den Geist, beruhigt die Nerven und stärkt das Herz
  • Starkes Antiseptikum für den Darm, das Genitalsystem und die Lungen